Transport: Straßenbahn

Heute widmen wir uns mal dem Thema Öffentliche Verkehrsmittel. Ich bin zwar bekennender Rad- und Autofahrer und nutze Busse und Straßenbahnen vielleicht fünfmal im Jahr. Aber umso mehre wundere ich mich über die doch häufigen Anhebungen der Ticketpreise.

Im Detail haben wir uns die DVB (Dresden), die BVG (Berlin), die KVB (Köln), die MVV (München) und die HVV (Hamburg) angeschaut. Der Einfachheit halber haben wir uns jeweils nur die Preise von Einzelfahrscheinen und Tagestickets, gültig für das Stadtgebiet (z.B. Ring 1-2 Hamburg, weiße Zone in München, etc.) angeschaut. In den meisten Fällen waren wir mit der WayBackMachine ziemlich erfolgreich und konnten Preisangaben bis zurück in das Jahr 1999 ermitteln. Im Detail sah das wie folgt aus:

  • DVB (Dresden): 2002-2017
  • BVG (Berlin): 2000-2017
  • KVB (Köln): 2009-2017
  • MVV (Münchnen): 1999-2017
  • HVV (Hamburg): 2003-2017

Wie immer gilt: je länger die länger die Zeiträume sind, umso verlässlicher werden die Aussagen.

Schauen wir uns die Ergebnisse an: Hinsichtlich der jährlichen, prozentualen Preisanstiege für den Einzelfahrschein ergibt sich das folgende Bild.

preisanstieg_einzeltickets
Mittlerer, jährlicher Preisanstieg für Einzelfahrscheine

Ganz vorn dabei ist hier der Hamburger Verkehrsverbund mit einem Anstieg von 5,82% pro Jahr. Die anderen vier haben ein wesentlich moderateren Anstieg zu verzeichnen, jedoch liegen alle über jährlichen Anstieg der Nominallöhne von 1,28%. Das heißt alle Einzelfahrscheinpreise haben sich in den letzen 8 bis 18 Jahren stärker verteuert als die Löhne in diesem Zeitraum gestiegen sind.

Schauen wir uns die Entwicklung für die Tageskarten an.

preisanstieg_tagestickets
Mittlerer, jährlicher Preisanstieg für Tageskarten

Hier ist das Feld wesentlich ausgeglichener. Die Berliner Verkehrsbetriebe haben den höchsten Preisanstieg zu verzeichnen. Der Wert liegt hier bei stolzen 3,36%. Wieder bleibt festzuhalten, dass die Preisentwicklung für alle Verkehrsbetriebe weit über dem Lohnzuwachs liegt bzw. gelegen hat.

Diese Gegenüberstellung wollen wir mit den beiden folgenden Grafiken noch einmal konkretisieren. Hier haben wir die aktuellen Fahrscheinpreise des Jahres 2017 mit den Preisen verglichen, die durch ein Anstieg um 1,28% zu stände gekommen wären. Das heißt, wenn der Einzelfahrschein in Hamburg im Jahr 2003 1,45 Euro gekostet hat, dann dürfte er bei einem jährlichen Anstieg um 1,28% (parallel zum Anstieg der Löhne) im Jahr 2017 nur 1,73 Euro kosten. Tatsächlich ist aber der heutige Preis mit 3,20 Euro um ganze 1,47 Euro zu teuer. Ob sich dieser Anstieg durch eine verbesserte Qualität des Angebots (ausgeweitetes Streckennetz, Zusatzdienste wie z.B. Leihfahrräder etc.) rechtfertigen lässt, kann ich als Außenstehender leider nicht bewerten.

vergleich_einzeltickets
Vergleich der Einzelfahrscheinpreise aus dem Jahr 2017 mit den hochgerechneten Preise unter Verwendung eines Anstiegs von 1,28% pro Jahr

Auch in Dresden (DVB) beträgt der Unterschied fast 50 Cent. Einzig in Köln und in München sind die Preise für die Einzeltickets nahezu im gleichen Maß wie die Löhne gestiegen. De facto hat sich also in diesen beiden Städten für die Verbraucher fast nichts geändert.

Gravierender sieht allerdings das Bild für die Tageskarten aus. Hier ist der Unterschied in alle Städte mehr als deutlich. Am stärksten stechen hier die Berlin Verkehrsbetriebe heraus, wo die Tageskarte 2,05 Euro „zuviel“ kostet!

vergleich_tagestickets
Vergleich der Tageskartenpreise aus dem Jahr 2017 mit den hochgerechneten Preise unter Verwendung eines Anstiegs von 1,28% pro Jahr

Fazit: unser Gefühl täuscht uns als nicht. Die Preise für öffentliche Verkehrsmittel steigen zu stark – stärker als dass es der mittlere Lohnanstieg der letzten Jahren kompensieren könnte. Als Ausweg bleibt zwar noch das Fahrrad. Aber ob das günstiger ist soll eines der nächsten Analysen zeigen.

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