Hintergrund

Wer kennt es nicht: das ständige Gefühl das alles immer teurer wird. Sei es der Zoobesuch mit der Familie, die Tickets für öffentliche Verkehrsmittel, Mieten, Konzertbesuche, Kino usw. Und die Fragen: wo soll das noch hingehen? War das schon immer so teuer? Wer kann sich das noch leisten?

Wir haben uns ähnliche Fragen gestellt. Um dem Bauchgefühl (Stichwort: gefühlte Inflation) etwas mehr Substanz zu geben, wollen wir mit Hilfe der Wayback Machine sowie einfacher Google-Suchanfragen die potentiellen Preisanstiege genauer quantifizieren.

Tools

Die Wayback Machine ist ein Archiv des World Wide Web und ermöglicht es für eine Vielzahlwaybackmachine von Webseiten ältere Versionen bis zurück in die frühen 90er Jahre zuzugreifen. Dazu muss man lediglich die URL der betreffenden Seite, in unserem Fall die Seite, die die potentielle Preisinformation beinhaltet aufrufen. Falls diese Seite archiviert wurde bekommt man die Snapshots, d.h. die archivierten Versionen, chronologisch angezeigt.

waybackmachine_screenshot
WayBackMachine: Screenshot für die Suchanfrage nach http://www.zoo-leipzig.de

Ergänzend werden wir auch klassische Google-Suchanfragen verwenden. Wer sich ein wenig mit Recherchen auskennt, der weiß, dass man in Google die Suchtreffer unter anderem auch auf einen bestimmten Zeitbereich eingrenzen kann. Das kann dann wie folgt aussehen:

  1. Schritt: Klick auf Tools, auf Any Times und dann Auswahl des Menüpunkts Custom Range.google_tools
  2. Jetzt einfach die Zeitspanne eingrenzen, z.B. auf das Jahr 2007.

googeltimerange

Alles was wir benötigen ist noch etwas Finderglück um die notwendigen Informationen zusammentragen. Falls wir sie trotz aller Anstrengungen nicht finden können, dann werden die Daten für diesen Zeitraum nicht ausgewiesen und wir begnügen uns damit anhand der restlichen Daten die Inflation zu analysieren.

Vergleichgröße: Nominallohn

Die reine Preissteigerung von Gütern sagt natürlich nicht viel aus, wenn man ihnen nicht die Lohnsteigerungen in diesem Zeitraum gegenüberstellt. Glücklicherweise können wir uns hier auf das Statistische Bundesamt verlassen, dass sowohl die Nominallohnveränderungen als auch die Reallöhnveränderungen erhebt. Der Reallohn ist hier für uns wenig interessant da er bereits die Verdienste der Preisentwicklung gegenüber gestellt. Diese Gegenüberstellung wollen wir ja selbst vornehmen, dass heißt wir wollen uns anschauen, ob die Preissteigerungen für bestimmte Güter (z.B. Zootickets, IKEA-Schränke, Autos etc.) höher, niedriger oder gleich der Veränderungen der Löhne sind. Deswegen greifen wir auf die Nominallohn zurück, dessen Entwicklung in der folgenden Grafik dargestellt ist.

 

nominallohnsteigerung
Nominallohnsteigerungen in Deutschland von 1999 bis 2015 (Quelle: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/VerdiensteArbeitskosten/ReallohnNetto/ReallohnindexPDF_5623209.pdf?__blob=publicationFile)

Wie man sieht, sind die Löhne in Deutschland in diesem Zeitraum gestiegen, jedoch um lediglich 1,28% pro Jahr. Das heißt wenn ein Produkt im Jahr 1999 10 Euro (bzw. 19,56 DM) gekostet hat, dann dürfte unter der Annahme dass sich Güter im gleichen Maß verteuern im Jahr 2017 nur 12,57 Euro kosten. Wer die Rechnung nachvollziehen will sei auf folgende Formel verwiesen:

CodeCogsEqn (1)

Die Zahl 1,28% spielt hier eine große Rolle, da wir alle Preissteigerung zu dieser Zahl in Beziehungen setzen wollen. Schaut dafür in die Rubrik Analysen.

Währungsumrechnung

Alle Preise vor dem 01. Januar 2002 sind natürlich noch in DM ausgewiesen. Die meisten von Euch werden sich noch an der Umrechnungskurs erinnern: der liegt bei 1:1,95583 von Euro in Deutsche Mark. Entsprechend werden alle DM-Preise in Euro umgerechnet. Daher kann es trotz Rundungen zu „krummen“ Beträgen kommen.