Inflation: was ist das?

Definition

Der Begriff Inflation beschreibt die anhaltende Zunahme des allgemeinen Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft über bestimmten Zeitraum. board-1193333_1920Wenn das allgemeine Preisniveau steigt, kann man je Geldeinheit weniger Waren und Dienstleistungen konsumieren, d.h. die Inflation verringert die Kaufkraft. Das Gegenteil der Inflation ist Deflation.

Inflation kann eine Volkswirtschaften sowohl positiv als auch negativ beeinflussen. Die negativen Auswirkungen der Inflation sind eine allgemeine Verunsicherung ob sich das Sparen überhaupt noch lohnt, wenn die Kaufkraft des Geldes immer weiter abnimmt. Auf der positiven Seiten bleibt festzuhalten dass durch eine Inflation die Belastung der öffentlichen und privaten Schulden sinken. Ökonomen glauben in der Regel, dass hohe Inflationsraten durch ein übermäßiges Wachstum der Geldmenge verursacht werden. Zweifelsohne ist dies in den letzten Jahren geschehen.

Warenkorb

Das wichtigste Maß für die Inflation ist die Inflationsrate, die jährliche prozentuale Änderung in einem allgemeinen Preisindex, in der Regel der Verbraucherpreisindex im Laufe der Zeit. Grundlage dieses Index ist ein Warenkorb bestehend aus 750 Güter verschiedenster Gewichtung. Nur um ein paar Beispiele zu nennen: Mieten gehen aktuell mit einem Gewicht von 21% in die Berechnung ein, Kraft- und Schmierstoffe (im Wesentlichen also Benzin und Diesel) mit 3,9% und Telekommunikations-dienstleistungen mit 2,6%. Ein schöne Darstellung der Warenkorbzusammensetzung wird vom Statistisches Bundesamt bereitgestellt.

warenkorb
Preis-Kaleidoskop (Quelle: https://service.destatis.de/Voronoi/PreisKaleidoskop.svg)

 

Während die Idee des Warenkorbs durchaus eine bewährtes Konzept zur Messung der Inflation ist, hat der Ansatz auch seine Grenzen. Um über einen langen Zeitraum Vergleichbarkeit herzustellen, kann der Warenkorb nicht ständig verändert werden, obwohl sich die Lebenswirklichkeit der Menschen durchaus Veränderungen unterworfen ist. Man denke nur an sich wandelndes Freizeitverhalten oder veränderte Mobilitätsanforderungen (Car-Sharing, Elektroautos/-fahrräder)  etc. Ein weitere Aspekt ist die Veränderung der Güter selbst zum Beispiel Handys oder Computer die einem raschen Wandel unterworfen sind und sich hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit bzw. Einsatzmöglichkeit nicht mit Geräten vom Anfang der Nullerjahre vergleichen lassen. Das Statistische Bundesamt versucht bereits solche qualitativen Verbesserungen durch die sogenannte Hedonische Preisbereinigung zu berücksichtigen. Wenn man davon ausgeht dass Güter bzw. Produkt sich stetig verbessern, dann führt diese Art der Berechnung natürlich zu einer geringeren Inflationsrate. Jedoch ist auch das Gegenteil der Fall: viele Produkte verschlechtern sich auch qualitativ (Stichwort Geplante Obsoleszenz). Man denke etwa nur an Kleidung, Schuhe, Drucker etc.

Offensichtlich ist es ein schweres Unterfangen die Inflation überhaupt messen zu können. Hinzu kommt, dass die Höhe der Inflation von den Konsumenten unterschiedlich wahrgenommen wird.

Gefühlte Inflation

Das Phänomen der Abweichung zwischen gemessener Inflation  „gefühlter Inflation“ ist bereits bekannt. Der wesentlicher Grund hierfür besteht darin, dass der Warenkorb, der zur Inflationsmessung herangezogen wird, eben nur ein einen Durchschnitt über die gesamten Bevölkerung darstellt und viele Konsumenten sich dadurch nur unzureichend repräsentiert fühlen. Weiterhin werden Preissteigerung bei alltäglich Gütern deutlicher wahrgenommen als bei langlebigen Produkten wie z.B. Autos. Ebenso werden Preissteigerungen von Gütern die nicht bar bezahlt werden, wie etwa Miete, Strom, Versicherung oder Wasser meist nicht so stark wahrgenommen. Hinzu kommt, dass speziell in den europäischen Ländern durch die Einführung des Euro die Kluft zwischen „gefühlter Inflation“ und gemessener Inflation noch weiter verstärkt wurde.

IndexderWahrgenommenenInflation
Verlauf der wahrgenommenen Inflation IWI (2.0), rote Linie (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Index_der_wahrgenommenen_Inflation)

Um die „gefühlte Inflation“  in Zahlen auszudrücken sei auf die obigen Grafik verwiesen. Man sieht das im Jahr 2002 die „gefühlte Inflation“  bei 11% und im Jahr 2008 sogar bei 12,8 % gelegen hat. Aktuell ist dieser Wert wieder im Steigen.

Inflation – hin·ter·fra̱·gt!

Genug der grauen Theorie: auf dieser Seite wollen wir einen anderen Ansatz verfolgen und uns stichpunktartig bestimmte Güter herausgreifen und deren Preisentwicklung der letzten 10-25 Jahre untersuchen. Dabei geht es nicht darum ein neues ökonomisches Maß zu definieren, sondern lediglich ein besseres Gefühl dafür zu bekommen welche Produkt welche Preissteigerungen (oder auch Senkungen?) durchlaufen haben.

Unter dem Punkt Analysen findet ihr die einzelnen Untersuchungen.